HISTORIK

KUNSTWERK UND RELIGIÖSES ZENTRUM

Die kunst – und kulturhistorische Literatur über das Schloss Schönbrunn ist naturgemäß sehr umfangreich. Darin finden sich vielfach verstreut auch zahlreiche Erläuterungen zur Baugeschichte und Hinweise auf die Ausstattung der Kapelle im Osttrakt des Schlosses. Soweit es sich um ältere Werke und populärwissen-schaftliche Informationen handelt, werden da und dort auch einige Traditionen mitgeschleppt. Eine Monographie über die Schönbrunner Schlosskapelle existiert bisher nicht, zumindest ist eine solche nicht greifbar. Demgegenüber erlauben es aber einige Arbeiten jüngeren Datums, aus ihnen einen kurzen Leitfaden zur Betrachtung der Kapelle zu kompilieren. Der vorliegende Versuch stützt sich auf die im Literaturverzeichnis angegebenen Werke.
Orgel Schlosskapelle Schönbrunn
Schlosskapelle Schönbrunn

BAUGESCHICHTE

BAUGESCHICHTE

Letzte Erkenntnisse über die Baugeschichte sind in erster Linie den verdienstvollen Forschungen von Oskar Raschauer zu danken. Von den technischen Baubefunden ausgehend, gelangt Raschauer in seiner denkmalkundigen Darstellung der Schönbrunner Baugeschichte (Lit. Verz. Nr. 1) zur Feststellung, „dass wir heute die Schlosskapelle noch in der ursprünglichen, Fischerschen architektonischen Gestalt vor uns haben“. Der bauliche Zustand liefert eindeutige Beweise dafür. Demnach entspricht die Lage der Kapelle als eigener Baukörper zwischen dem äußeren und dem Zwischenrisalit jenem zweiten, in den Jahren 1690-1693 vereinfachten Schönbrunner-Plan von Johann Bernhard Fischer von Erlach (1656-1723), der ab 1696 verwirklicht wurde. Ursprünglich erhalten sind auch die architektonische Gliederung und deren Hauptelemente im Inneren der Kapelle: Die Pilaster mit Marmorsockeln und Kompositkapitälen, die Gebälkzone mit Gesims, die Deckenwölbung mit Gurten und die Feldereinteilung der Decke, die nischenartigen Fenstereinschnitte, der gewölbte Abschluss der Ostwand und die gerade Westseite. Eine spätere Höherführung des Innenraumes der Kapelle oder eine Umgestaltung der Gewölbeeindeckung fand demnach nicht statt. – Bemerkenswert ist, dass außer der Schlosskapelle nur mehr zwei kleine Räume im Bereich der Blauen Stiege (Westtrakt) dem Fischerplan entsprechen. Die unter Maria Theresia (1717/1740-1780) von Nikolaus Paccassi (1716-1790) ab 1743 durchgeführten Umbauten des Schlosses waren zwar sehr tief greifend, die Baugestalt der Kapelle blieb aber davon unberührt. Die Verlegung des Kapellentores von der Nord – an die Westseite, die Umgestaltung der Emporen und Oratorien („Tribünen“) und die Wandverkleidung mit Kunstmarmor stellen keine wesentlichen Eingriffe in die Gestalt des Innenraumes dar. Ein großzügiger Ausbau der Kapellenstiege als repräsentativer Zugang zu den Herrschaftsräumen und zum Zwischengeschoss Paccassis – wodurch eine Erhöhung der Decke des Kapellenstiegen-hauses erforderlich wurde – zog allerdings auch eine Erhöhung der Außenwände der Schlosskapelle über die Fischersche Einwölbung nach sich. Am 29. April 1745 wurde die vielfach neu ausgestattete Kapelle neu geweiht. Die Weihe nahm Kardinal Sigismund Graf Kolonitsch (1676 -1751; ab 1716 Fürstbischof, seit 1722 Fürsterzbischof von Wien) vor.
Nach der Neuausstattung der Kapelle mit der Wiederweihe am 29. April 1745 wurde das Patrozinium der Schlosskapelle Schönbrunn auf Anordnung von Kaiserin Maria Theresia von Maria Magdalena auf Mariä Vermählung geändert. Das alte römische Missale enthält zum 23. Jänner eine Eigenmesse (Proprium) zum Gedächtnis der Vermählung Mariens „in aliquibus locis celebrandae“. Spätestens mit der Wiederweihe der Kapelle 1745 trat an die Stelle des Patronates der Hl. Maria Magdalena die Widmung der Kapelle dem Andenken der Vermählung Mariens. Glückliche Umstände haben uns die Weiheurkunde im Original erhalten. Sie wird in der Sakristei sorgfältig behütet.
Kirchenbeschreibung 3
Kirchenbeschreibung 4

GLOCKE

DECKENFRESKO

AUSSTATTUNG

HOCHALTAR

SKULPTUREN AN DEN SEITENWÄNDEN

ZWEI SEITENALTÄRE

RELIGIÖSE BEDEUTUNG DER SCHLOSSKAPELLE

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